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Meditieren oder doch verreisen?!

2011-03-31 13:27 von Andreas Huber

Strandkugel


Auf meine Bemerkung hin, dass ich gerade an einem Artikel über nachhaltiges Reisen sitze, bemerkte eine Freundin, dass Meditieren oder Träumen immer noch die nachhaltigste Art zu reisen seien.

Klar. Reisen ist per se schon nicht nachhaltig. Selbst beim Wandern stößt man mehr CO2 aus, als wenn man nur im Bett liegt und träumt. Nach meinem Verständnis gebührt es aber auch der Anstand, den Dreck, den man produziert, auch wieder "wegzuräumen". Egal ob dies nun CO2 Emissionen sind oder die Verpackung des Müsliriegels auf der Wanderung. Ich will hier niemandem ins Gewissen reden, oder vielleicht doch ;), jedenfalls möchte ich einfach  zwei Aspekte des nachhaltigem Tourismus deutlich machen. Man kann nämlich mit nachhaltigem Tourismus nicht nur im Einklang mit der Natur und Kultur reisen und die Welt in dem Zustand hinterlassen, wie sie vor der Reise war, sondern sogar noch besser. Ich weiß ich klinge sehr romantisch und natürlich ist das alles auch etwas überzogen, Fakt ist aber, dass durch Tourismus auch viel positives bewirkt werden kann!

Menschen reisen schon immer und sie werden es auch weiterhin tun! Wenn 700 Millionen Menschen weltweit jedes Jahr verreisen, dann können schon kleine Veränderungen des Reiseverhaltens große Auswirkungen nach sich ziehen. Tourismus bringt immer Einnahmen für irgendjemanden mit sich. Die Frage ist hier nur für wen? Denn nicht jede Form von Tourismus trägt automatisch dazu bei, dass es den Menschen vor Ort besser geht. Nachhaltiger Tourismus bedeutet für mich auch, dass durch meine Reise die Lebensbedingungen der einfachen Menschen im Land besser werden.

An wen geht mein Geld? Bleibt nach Abzugs eines fairen Lohns an die Angestellten vielleicht sogar noch etwas über, um Schulen oder Ausbildungsbetriebe zu unterstützen? Profitieren die Bauern oder Handwerker der Region von meinem Besuch, weil ich in meiner Unterkunft den Wein aus der Region trinke oder der Zimmerschmuck an der Wand von der Handwerkerin nebenan stammt?

Ich habe sogar schon von Modellen gehört, da hatten die Angestellten Einblick in alle Bücher und eine Beteiligung am Gewinn. Wofür? Ganz einfach: Damit sie zu Geschäftsleuten werden! Denn oftmals brauchen Menschen oder Länder keine Wohltätigkeit, was sie brauchen sind Unternehmertum, Ausbildung und faire Bedingungen. Reisen bildet. Es bildet mich als Reisenden, aber es kann natürlich auch die Menschen bilden, die ich besuche. Bei authentischem Kontakt und einer Begegnung auf Augenhöhe kann daraus viel mehr erwachsen als es in diesem einen Moment erscheint. Oftmals werden prägende Momente erst im Nachhinein als solche erkannt - wer sagt denn, dass es nur mir als Tourist so gehen kann? 

Genausowenig wie ich mit diesem Beitrag den moralischen Zeigefinger heben will, ist nachhaltiger Tourismus keine Erfindung, um die Reiselust einzuschränken. Der Begriff steht für mich vielmehr für die Idee, bewusster und zugleich erlebnisreicher zu verreisen. Nachhaltiger Tourismus ist für mich eine Einstellungssache und geht weit über Reisen im Einklang mit der Natur hinaus. "Bessere Reisen - Besser finden" ist unser Motto bei zielegal.de. Nicht jeder, der zu uns kommt, will die "besseren" Reisen. Nein. Wir suchen die, die eigentlich wegen des besseren Findens, wegen der Inspiration, kommen. Wir möchten Menschen ansprechen, die nicht nur nicht genau wissen, wo sie eigentlich hin möchten, sondern die, die auch (noch) nicht wissen, dass sie bewusster verreisen wollen :) Jeder Mensch, den wir so vermitteln, ist für mich ein kleiner Schritt hin zu einer Welt in Balance.

Bildquelle: © Michael Haja / PIXELIO

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