Der romantische Zauber von Kapikiri
2011-09-12 17:22 von Andreas Huber
Der romantisch mystische Zauber von Kapikiri
Der Bafa See in der Türkei war einst eine Meeresbucht, an deren Ostende die bedeutende Hafenstadt Herakleia lag – zwischen den Überresten der antiken Stadt steht heute das Dorf Kapikiri.
Das Dorf hat 380 Einwohner. Nur neun Kilometer abseits der Durchgangsstraße von Izmir nach Bodrum, gar nicht weit vom All-inclusive-Strandtourismus des türkischen Mittelmeers – und doch Welten davon entfernt - denn hier wurden Hotelbauten verboten, das Dorf steht unter Denkmalschutz.
Hier lebten Steinzeitmenschen, Hethiter, Karer, Griechen, Römer und Christenmönche. Man kommt sich vor wie in einem Freilichtmuseum mit Ausstellungsstücken von der Steinzeit bis zur Moderne. Aus allen Epochen stehen noch Mauern, Tore, Türme. Seit jeher wurden zum Bau der Häuser und Wege Steine aus den umgebenden Ruinen verwendet. Mitten im Dorf befinden sich u.a. Tempel, Agora und die alte Stadtmauer von Herakleia.
Heute reihen sich Bauernhäuschen entlang einer steilen Dorfstraße, am oberen Ende liegt ein kleiner Platz mit der Moschee, zwei Teehäusern, dazu übers Dorf verteilt eine Handvoll Unterkünfte, in denen übers Jahr nicht mehr als ein paar Hundert Touristen absteigen.
Die Bewohner gehen ungeniert und unkommerziell mit ihrem kulturellen Erbe um; malen Hinweisschilder an ihre Häuser, es fehlen Verbotstafeln, Souvenirläden und alte zahnlose Frauen winken mit ihren runzligen Händen und weisen uns den Weg. Es kommt vor, dass wir zur Besichtigung einiger antiken Stätten mitten durch den Hof der Bewohner müssen. Da und dort im Dorf hängt Wäsche zwischen antiken Säulenstümpfen. Der strenge Geruch im antiken Römerbad stammt vom Toilettenhäuschen – welches direkt daneben steht.
Wer weiter nach oben steigt wird belohnt mit einem atemberaubenden Blick über das Dorf, die Felsengräber, die Hafenanlage und den See. Aufgrund der seltsamen Formen des Latmos Gebirges ist es von oben schwer Dorfgebäude, antike Stätten und Felsen voneinander zu unterscheiden. Beim Abstieg begegnen uns Kühe.
Unten essen wir ein unvergessliches Menemen. Der ca. 15 jährige Sohn des Besitzers erzählt uns mit gebrochenem Deutsch und Englisch, dass man mit einem Führer Wanderungen durch das nur schwer zugängliche Latmos Gebirge machen kann. Ich träume schon von den verborgenen Klöstern, die sich dort befinden sollen.
Tage später können wir noch immer nicht fassen, wohin es uns an diesem einem Tag verschlagen hatte. Zum Vergleich: durch die touristisch erschlossene Ausgrabungsstätte Ephesos pilgern jährlich mehrere Millionen von Menschen.
Wenn uns Orte verändern können, dann hat Kapikiri mich verzaubert.
Weitere empfehlenswerte Orte, die wir bereist hatten in der Türkei waren insbesondere Tlos an der lykischen Küste, Dalyan und Kappadokien.
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Kommentar von Carolin | 2011-09-28
Hallo Andreas,
interessanter Beitrag. Die Türkei bietet wirklich noch tolle Geheimtipps! Wir haben mal die besten Tipps für eine Städtereise nach Istanbul zusammengestellt: http://www.abacho.de/reise-inspiration/istanbul-for-beginners-was-man-bei-einer-stadtereise-nach-istanbul-unbedingt-tun-sollte/
Die Stadt hat ebenfalls einen ganz eigenen Zauber!
Viele Grüße